26.02.2013

Das deutsche Netzproblem (Update)

Wir wollen es, wir kriegen es. Es geht um immer billigere Preise im Mobilfunksektor. Wir Bürger, klar, wollen am liebsten gar nichts ausgeben, aber das beste und schnellste Netz. So ist es zwar nicht nur im Mobilfunk, sondern überall. Doch für mich, als leidenschaftlicher mobiler Surfer, ist das Thema zur Zeit aktueller, als Pferdefleisch in Lasagne. 
Wer hilft? Die EU. Mir kommt es vor, als würde teltarif täglich neue Artikel über Regulierungen raushauen, damit wir im Ausland noch billiger surfen, telefonieren und simsen können. Freut uns natürlich. Erst kürzlich war ich in Italien und bekam die obligatorische SMS mit den "preisen für's EU-Ausland". Ganze 9 Cent pro SMS. Volle 49 Cent pro MB. Angenommene Anrufe ebenfalls für 9 Cent. Ausgehende habe ich leider nicht mehr im Kopf. Wird aber wahrscheinlich auch nicht mehr als 50 Cent gekostet haben. 
Diese Preise darf uns unser Provider maximal für die Nutzung berechnen. Wie schon erwähnt, schön für die Endverbraucher...oder? Eben nicht! Denn es spült unseren ISP kein Geld in die Kasse. Kein Geld, kein Ausbau. Kein Ausbau, kein schnelles Netz. 
Aus der Traum vom schnellen LTE, welches bis zu 100 Mb/s im Downstream uns das leben wirklich erleichtern könnte. Die Erweiterung dass wir bis zu 1 Gb/s Laden können, wird zur Zeit auf der MWC in Barcelona vorgestellt. Doch das nützt uns nichts. Denn unsere Provider haben kein Geld, wegen uns. Weil wir geizig sind - oder so. 
Japan, China und auch Amerika. Dort gibt es LTE eigentlich überall. Wir hinken, trotz aufstrebendes Land, hinter her. 
Mal ganz ehrlich, Hand auf's Herz, was zahlt Ihr zur Zeit? Ist dieser Preis gerechtfertigt? Ich bin bei congstar (eine D1-Tochter), habe eine Full-Flat ohne SMS und 1 GB Datenvolumen. Ich Zahle sage und schreibe 34,95 Euro im Monat, ohne Laufzeit. Das ist eigentlich ein Witz. Man kann jetzt natürlich dagegen halten. Wir als User bekommen ja nicht mal die versprochenen 7,2 Mb/s, wieso dann auch mehr Zahlen? Natürlich dürft Ihr euch das fragen, doch das endet in einem Teufelskreis. Immer nur Preisdumping, nicht nur auf dem gesamten Markt sondern auch innerhalb des Unternehmens (siehe E-Plus mit gefühlten Milliarden Anbietern), bringt uns da nicht weiter. Die Unternehmen sparen und kommen somit im Ausbau nicht voran. Also kommen wir nicht an unsere geforderten Megabits.

Ich will jetzt gar nicht an euch appellieren  dass Ihr euch den teuersten Vertrag holt oder eurem Provider etwas spendet. Ich will einfach nur, dass Ihr euch mal darüber Gedanken macht. In den USA klappt es doch auch. Man zahlt mehr, bekommt aber auch entsprechende Leistung. Dann würde vielleicht auch das ständige rumhacken auf KPN - Mutterkonzern von E-Plus - aufhören.

Im übrigen: In den USA hat AT&T und Verizon Wireless jeweils einen Gewinn von 5,9 bzw. 7,7 Prozent vom Vorjahr gemacht. Vodafone, der europäische Marktführer, verlor 0,4 Prozent seines Gewinnes.

Update: Die Mobilen Geeks wollten sich zu dem Thema auch gerne äußern. Auch Lesenswert: http://x.co/vjCM

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