28.03.2013

Warum MEGA so viel falsch gemacht hat

Als MEGA, der nachfolger von Megaupload über den ich nicht sehr viel Worte verschwenden werde, wurde am 20. Januar dieses Jahres veröffentlicht. Der Hype über den neuen Dienst war groß. Wer die Geschichte dahinter kennt, weiß warum.
Der Launch, welcher direkt auf Kim's Mansion in Neuseeland veranstalltet wurde, war in meinen Augen mehr ein großes Theater. Man machte sich viel über die Regierung lustig und man lud gefühlt jeden großen Blog, große Zeitung oder sonst interessierte Journalisten ein.
Der Dienst sollte, wie auch das Banner zeigt, "Größer, Besser, Schneller, Stärker und Sicherer" sein, als die Konkurrenz. Man erklärte beim Launch also, wie es weiter geht, was geplant ist und wie sicher doch der Dienst ist. Wobei man als Zuschauer auch fragen stellen konnte. Öfter kam natürlich die Frage auf, ob das mit der Sicherheit nicht eher was mit illigalen Filesharing zu tun hat. Doch diese wurde immer abgewiesen.
Nun gut, worauf ich eigentlich hinaus wollte. Der Dienst lief von Anfang an nur in Googles Browser "Chrome" aka "Chromium". Support für Firefox, Internet Explorer unnd Safari fiel also weg. Das wäre dann schon mal der erste Punkt, was schlicht falsch lief. Man versprach das der Dienst in Zukunft diese auch offiziell unterstützen möchte. Ob das funktioniert? Kann ich nicht testen. Aber es kam nichts mehr offizielles ala "Jetzt MEGA mit allen Browsern möglich.". Aber eigentlich ist hier von Anfang an falsch gefahren worden. Hier hätte man direkt alle Browser unterstützen müssen.
Das man von Anfang an keine einzige Mobileplatform unterstützt, ist dann der nächste Punkt. Ich bin kein Unternehmer. Aber wenn ich solch ein Dienst launchen würde, dann würde ich dafür sorgen, dass mich auch wirklich jeder erreichen könnte. Vielleicht war man unter Zeitdruck und man wollte die Apps nach hinten verschieben? Weiß ich nicht. Herr Dotcom meinte nur, dass Apps für den mobilen Bereich "bald" kommen werden. Doch was heißt bei Kim "bald"? Zumindest nicht in den nächsten zwei Monaten, wie man aktuell sieht. Inzwischen gibt es zwar schon die ein oder andere App für Android. Aber diese beruhen auch nicht auf einer offiziellen MEGA-SDK, die die Jungs erst vor kurzen veröffentlichen. Dies API's wurden mehr oder weniger selbst geschrieben.

Der Dienst startete gleich bei Anmeldung mit 50 GB freien Speicherplatz. Das ist mehr als bei der Konkurrenz. Dropbox, der für mich immer noch mit abstand beste Cloud-Anbieter, bietet läpische 2 GB. Der rest? Meistens um die 5-15 GB. Für Box.com gibt es dann immermal verschiedene Aktionen, womit man ebenfalls leicht auf 50 GB kommt. Ob man das braucht sei mal dahin gestellt. Aber ich persönlich möchte in "meiner Cloud" nicht so gerne ausmisten. Für mich wird nur geuppt was ich auch gerne Teilen möchte und mir mehr oder weniger "unwichtig" ist. Von daher, einfach uppen, Link sharen und gut ist. Mit Dropbox muss ich doch ab und an mal die ein oder andere Datei löschen. Andere Anbieter kommen mir an mangel von Performence oder schlecht Handhablichen Apps nicht in Frage.
Mit MEGA, so dachte ich, erscheint nun endlich ein Dienst der mit Dropbox konkurrieren kann. Bietet das selbe dafür mit Verschlüsselung und 48 GB mehr Speicher. Ich setzte wirklich viel auf den Dienst. Hatte auch eigentlich damit gerechnet, dass dieser mehr public wird. Allerdings hat man den Hype nicht genutzt. Man sieht immer noch die typischen Links. Dropbox, der Platzhirsch, manchmal noch Box und ganz selten kommen ein paar Exoten wie Jottacloud, Ubuntu One und wie sie alle heißen. Doch leider hat man nicht viel gemacht. Den Hype nicht genutzt. Inwzischen ist der Dienst einfach nur wie jeder andere Nieschen-Cloud-Anbieter. Statt direkt mit Apps zu starten, versinkt er in sich selbst.
Von den anderen Dienstleistungen, wie Kalendar und einen Mail-Dienst (den hatte Kim auch angekündigt), möchte ich gar nicht erst Anfangen...